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  • Chaos und Struktur/ Brüche, Schichtungen und Erosionen/ Umbrüche, Zeitsprünge/ Schnitte, Risse und Fragmente/ Verändern, Wachsen, Neubeginn
    ( Katalog Gutta Lageder 2013)



    Zeitsprünge, Brüche durch Raum und Zeit. Durch Verschiebungen ergeben sich neue Zusammenhänge. Aus Schichtungen, Durchbrüchen und Erosionen entstehen neue Räume, Skulpturen auf der Fläche.
    ( Katalog Kunst im Karre` 2009)



    Schönheit und Vergänglichkeit

    Schönheit und Vergänglichkeit, Chaos, Veränderung und Beständigkeit- diese Konstanten des Lebens thematisiert Gutta Lageder mit ihrer aktuellen Ausstellung in der Bad Aiblinger Galerie "Villa Maria". 34 Malereien , darunter Bilder aus zwei Zyklen, und vier Objekte zeigt sie dort. Der von ihr gewählte Oberbegriff" Aus der Zeit", für Themen der Zeit, die genauso zeitlos Bestand haben. ...Die zeichnen sich formal durch eine grosse Variabilität in der Ausführung aus. Lageder verwendet Guoache, Tusche, Pigment, Papier und Wellpappe auf Leinwand. mit diesem Materialmix erreicht sie Schichtungen, Höhen und Tiefen, Strukturen, die die Lebendigkeit ihrer Exponate ebenso erhöhen, wie ihr ... Malstil. ... Mit ihren Werken aus den vergangenen vier Jahren wirft sie einen Blick auf Lebensthemen mit allzeit währender Gültigkeit, die im Jetzt, im Gestern oder im Morgen zugleich ihren Platz finden. Chaotisch wirken "Tsunami" oder "Einschlag", Letzterer explosionsartig in Farben und Formen mit zerrissenen Stadtplänen von München und New York. Doch auch kontrollierte Wildheit ist einigen Bildern zu eigen, etwa" Kondensation I und II". Schönheit in der Vergänglichkeit symbolisiert "Hanami" mit dem Blühenden Kirschbaum. Dass nichts so bleibt, wie es ist, zeigt auch der Zyklus " Nach der Zeit ", mit dem Lageder ...die Steinbrüche... betrachtet. Den ewigen Kreislauf, dam alles unterworfen ist, zeigt sie auch in ihrem " Island-Zyklus". Mit Weiss, Rostrot, klarem Blau und kräftigem Schwarz stellt sie die Naturphänomene des Landes der Vulkane und Geysire dar. Das "Kommen und Gehen" findet sich in einem Bild, das Vergehen und Werden, das memento mori, so der Schriftzug der Künstlerin diesem Bild. Allerdings nicht negativistisch, sondern als natürlicher Ablauf mit einer klaren Erkenntnis. "Nichts geht verloren" lautet diese, mit hellem Himmel und dunkler Erde, unterlegt mit der Formel zur Äquivalenz von Masse und Energie, formuliert von Albert Einstein.
    ( Martina Andrea Fischer in: Merkur 11.5. 2013)





    Eröffnungsrede Hamburg 2003

    Alle ihre Arbeiten entstehen mittels Gouachemalerei. Mitunter verwendet sie in enger Verbindung mit ihr auch Stoffe, Papier, oder Gaze, um auf diese Weise eine Gewisse Reliefhaftigkeit und strukturellen Reichtum zu erzeugen und die Transparenz der darunterliegenden Farbschichten zu gewährleisten ...

    Die Bilder entstehen mitunter aus fünf oder mehr Farbschichten, die sich überlagern und teilweise auch durchdringen. Als Betrachter durchdringen wir mit den Augen von der obersten Schicht angefangen die verschiedenen Farbebenen bis wir schliesslich beim Malgrund angekommen sind ... Die Farben ... werden nach dem Auftrag wieder abgeschabt oder abgekratzt. Auf diese Weise entstehen deutlich erkennbare Verletzungsspuren. Die Überlagerungen und gegenseitigen Durchdringungen können mal mehr, mal weniger sein.Farben werden darüberhinaus geritzt, wodurch ein graphisches Element sichtbar wird. Die Ritzungen als Verletzungsspuren legen dabei zugleich auch die untersten Schichten frei. Es ist gerade diese Gouachetechnik, die eine solche spezifische Wirkung hervorbringt. Durch sie erhalten die Bilder eine eindrucksvolle sinnlich- stoffliche Qualität, werden geradezu zu etwas Haptischen. Die zugefügten Materialien bilden eine Art Relief, die die Bildoberflächen dynamisieren bzw. vitalisieren ... Auf diese Weise gelingt es Gutta Lageder den Bildern einen matten, spröden und mitunter auch erdigen Charakter zu verleihen.

    ... Die Ritzungen und Kerben, die vertikalen und horizontalen Schnitte zeigen verschiedene Dimensionen, die Verletzungen lassen an Spuren vergangenen Lebens denken und tragen zugleich zu der unmittelbaren Sinnlichkeit der Bilder bei. Die Farbschichtungen sind ... Überlagerungen von Dingen, die sich im Lauf der Zeiträume allmählich angesammelt haben und uns so etwas von Vergangenem erzählen ... Gutta Lageders Werke sind eine Art moderner Palimpseste ("Schabtext"). Unter einem Palimpsest versteht man ein beschriebenes Pergament, das durch Abwaschen, Abschaben oder Abreiben mit Bimstein von der Schrift befreit und neu beschrieben wurde, aber noch sichtbare Spuren der früheren Schriften trägt ...
    ( Dr. Rodiek Ausstellungs- Eröffnungsrede Hamburg 2003)



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